• Rene Roske

Tag 3, fahrt nach Schytomyr

Aktualisiert: 31. März


Nach relativ wenig Schlaf und den vorherigen beiden Tagen in den Knochen begann unser dritter Tag in der Ukraine um 8.00 Uhr morgens.

Von verschiedensten Kontakten haben wir erfahren das in Schytomyr Hilfe beim Transport von verwundeten und verletzten gebraucht wird.


Die Tanksituation vor Ort stellte uns vor große Herausforderungen.

Man musste zuerst die Tanksäulen freischalten lassen, und durfte nicht mehr als 20 Liter pro Fahrzeug tanken.

Somit mussten wir ungewollt mehrere Tank Stopps einlegen, was ungemein Zeit gekostet hat.



Nach knapp 400 KM sind wir dann in Schytomyr Ortskern (ca.150KM von Kíev entfernt) angekommen.

Unsere erste Anlaufstelle war das Zhytomyr Regional Children's Hospital

Auch hier zeigte sich wieder einmal die Schwierigkeit mit der Sprache.

Mit Google Übersetzer, und durch Körpersprache haben wir es dann doch hinbekommen, uns mit dem Krankenhauspersonal zu verständigen und ihnen klarzumachen wie wir helfen wollen. Sie konnten es zuerst nicht glauben, dass wir extra aus Deutschland kommen, um ihnen zu helfen.



Die Freude war groß, dennoch konnten sie uns keine Patienten übergeben, da ein Tag vorher eine große Evakuierung stattgefunden hat, von der wir im Vorfeld leider nichts wussten.

Durch die Hilfe des Krankenhauspersonals haben wir aber weitere Adressen bekommen, wo wir versuchen sollten Patienten zu finden, die wir mit nach Lviv nehmen können.



Angekommen an der zweiten Station im Schytomyr Regional Herbachevskyi Clinical Hospital trafen wir dann auf ein ukrainisches Ambulanz Team welches gerade 2 verletze Patienten eingeladen hat.

Auch hier erfolgte kurz vor unserer Ankunft eine Evakuierung, somit war der Bedarf an Transporte in diesem Augenblick nicht vorhanden.


Wir boten uns dann an, die Angehörigen der jungen Patientin bei uns in den Fahrzeugen mitzunehmen, da es für sie kein Platz in den Rettungswagen der Ukrainer gab, und sie ansonsten selbständig durch die Ukraine nach Lviv fahren mussten.




Kurz vor der Abfahrt kam dann der Schock! Fliegeralarm in Schytomyr.


Zuerst wussten wir nicht wie wir in der Situation reagieren sollten, man teilte uns dann mit das wir auf gar keinen Fall losfahren dürfen und wir warten müssen, bis die Straßen wieder freigegeben sind. Die Situation war bedrückend und für uns vollkommen fremd.


Für die Leute vor Ort war es schon fast Alltag, und somit reagierten sie sehr entspannt.


Mit Hilfe von verschiedenen Telegramm Gruppen und Apps die sie warnen, wenn Gefahr besteht wussten sie immer genau, wo man gerade besonders achtsam sein muss.


Diese Apps haben wir dann direkt auf unseren Handys installiert, und sind den Telegramm Gruppen beigetreten.



Auf der Hälfte der Strecke, wurde der Zustand der jungen Patientin Kritisch (ein 7-jähriges Mädchen bei der 70% der Brust verbrannt waren) und wir mussten mehrmals anhalten.

Wir haben versucht so gut es ging, die Angehörigen zu beruhigen, und konnten kurze Zeit später weiterfahren.

Nach 5 Stunden Fahrt sind wir dann im Communal Municipal Clinical Hospital 8 in Lviv angekommen, wo die Patientin und deren Angehörigen dann vom Krankenhaus Personal entgegengenommen wurden.



Man bedankte sich sehr herzlich und gefühlvoll bei uns, was uns nochmal Motivierte, dass wir das richtige tun.

Wir haben noch Kontaktdaten mit dem Ukrainischen Ambulanz Team ausgetauscht, um für spätere Fahrten in die Ukraine weitere Ansprechpartner zu haben.

Mit dem unwohlen Gefühl des Flugalarms und dem ungewissen ob die junge Patientin alles gut übersteht, endete unser Tag um 23.55 Uhr.

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