• Rene Roske

Die zweite Fahrt nach Charkiw

Aktualisiert: 27. Sept.





Es begann mit einem Facebook Aufruf am 27. März, es wird dringend ein Transport aus Charkiw nach Deutschland benötigt, die Freundin und deren Schwerkranke Mutter eines Gruppenmitglieds sitzen in der Ukraine fest.



Dann ging alles ganz schnell. Am 30. März machte sich unser Inhaber Rene zusammen mit unserem Kollegen Uwe ein zweites Mal auf den Weg in Richtung Ukraine.

Die letzte Fahrt ist keine 4 Tage her, die Geschehnisse noch nicht richtig verarbeitet, aber sie wollen wieder helfen!


Man verabredete sich ein weiteres Mal mit den Leuten der Para Medics Brandenburg, um wieder in Kolone Richtung Lwiw zu fahren.

Knapp 900 km später, Ankunft an der Grenze. Wie beim letzten Mal, wenig verkehr am frühen Morgen.


In Lwiw trennten sich dann die Wege, die Leute aus Brandenburg kümmerten sich um Patienten in Lwiw und für uns ging es weiter nach Charkiw um zuerst Oksana abzuholen.

Die Dörfer wurden kleiner, die Militärpräsent wuchs, man merkte man kommt immer näher ans geschehen.


Anfangs hatten wir Angst das die Sprit Versorgung uns ein Strich durch die Rechnung macht, doch ein glück konnten wir an allen Tankstellen normal Tanken.

Die Straßenverhältnisse wurden immer schlimmer, und unser Auto litt enorm.

Es wurde langsam dunkel und wir waren angespannt. Aber wen wundert das, wenn man seit 10 Minuten an einem Bahnübergang steht, der sich nicht öffnet und im Hintergrund hört man den Flugalarm!


Am 31.03 um 22 Uhr sind wir dann bei Oksana angekommen.

Da wir als Rettungstransport zählen konnten wir die Ausgangssperre umgehen und noch weiterfahren.

Um 1 Uhr war dann aber auch für uns Schluss. Bis 6 Uhr darf man ohne ein Spezielles Dokument nicht weiterfahren und somit hatten wir gezwungener maßen unsere Ruhepause.

Angekommen in Charkiw hieß es dann erstmal Treppenlaufen, 13 Stockwerke da die Fahrstühle nicht funktionierten.

Die Mutter von Oksana goss noch ihre Blumen, ein schönes Gefühl denn man wusste es bedeutet Hoffnung, Hoffnung wieder zurück kehren zu können, wenn alles vorbei ist!

Es folgten ein paar Anfahrt Stationen wo wir unsere Spenden aus Deutschland ein weiteres Mal abgeben konnten.

Unser Plan war, dass wir die schnellste Strecke über Kiev nach lviv nehmen, in der Hoffnung, dass wir gut durchkommen.

Kurz vor der Abfahrt dann wieder dieses unwohle Gefühl, Flugalarm! Woran sich die Leute in der Ukraine wohl fast schon gewöhnt haben, erzeugt bei uns immer noch Gänsehaut und ein Schauer, der uns über den Rücken läuft.

Am 1.April gegen 9 Uhr verließen wir dann Charkiw über die Verbindungsstrasse in Richtung Kiev ca. 20 km von der Russischen Grenze entfernt.

Da die Brücke nach Kiev zerstört wurde, mussten wir umplanen. Ein Ortskundiger Ukrainer bat uns seine Hilfe an, und brachte uns über Schleichwege und einige Kilometer Umwege wieder auf die Autobahn.

An einem Checkpoint bekamen wir dann die Information das ein Teil der Autobahn vermint war, so dass wir wieder eine Ausweichroute fahren mussten.

Nach unzähligen Kilometern Umweg, sind wir dann in Kiev angekommen und so schnell es uns möglich war, durchgefahren.

Dann wohl der größte schock unserer Fahrt.

Auf der Autobahnauffahrt zwischen Kiev und Schytomyr sahen wir Trümmer, frische Trümmer wahrscheinlich keine stunde alt, zerstörte Tankstellen, kaputte Panzer, wir wussten wir sind fast mittendrin. Dieses Gefühl war grauenvoll!

Mit Hilfe der Ukrainischen Soldaten bekamen wir dann wiederum eine neue ausweichroute, die uns dann auf einen relativ sicheren Weg führte.

Wir bemerkten wie die Militärpräsenz immer weiter zunahm und wollten so schnell wie möglich in Richtung Westen fahren.

Die weitere fahrt verlief dann einigermaßen ohne Probleme, man gewöhnte sich Langsam dran, dass wenn der Flugalarm ertönt der Komplette Strom abgestellt wird und man einfach wartet.

Angekommen an der Grenze haben wir noch eine Premiere gefeiert, die Mutter von Oksana hat in ihrem Leben noch nie die Ukraine verlassen, und mit uns ging es dann direkt durch 2 neue Länder.

Zeitverschiebung, schönes Wetter, starkregen und zum Schluss noch Schnee in Polen, wir haben wirklich alles mitgemacht!

Nach fast 70 Stunden und ca. 4.000 Kilometer fahrt, war es endlich geschafft!

Rene und Uwe haben Oksana und ihre Mutter in Sicherheit gebracht.

Tränen flossen, als Andreas seine Oksana endlich wieder in die Arme schließen konnte.

Rene und Uwe hat man die Strapazen angesehen, und freute sich für sie, dass sie sich jetzt erstmal ausruhen können.

Somit endete unsere zweite aufregende und anstrengende Fahrt in die Ukraine am Samstag, den 02.04.2022 um 11 Uhr am Betriebshof in Falkensee.






115 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Fahrt Nr.9